
Die neuen Themenfelder:

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Diversity

Im Zuge von Globalisierung, Einwanderung und Integration, gesteigerter Mobilität, demographischem Wandel, neuen Arbeitsmodellen, Individualisierung und Wertewandel hat die Vielfalt der Kulturen sowie der Lebens- und Arbeitsformen in Deutschland und Europa deutlich zugenommen. Diese Vielfalt – auch Diversity – ist Ressource und Herausforderung zugleich: Interkulturelle Lebenswelten verbinden Vertrautes mit Fremdem und fordern dazu auf, Stereotype zu hinterfragen und Zugehörigkeiten neu zu definieren.
Interkulturelles
Das af möchte mit Projekten einen Beitrag dazu leisten, Integration zu leben und voranzubringen. Ziel unserer politischen Bildungsarbeit ist es, Menschen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Diskussion miteinander zu bringen, um sich zu engagieren und die Gesellschaft mit zu gestalten.
Gender
Für das af setzt das Prinzip des Gender Mainstreamings in der politischen Bildungsarbeit an zwei Stellen an: Erstens Gender selbst als Bildungsträger umsetzen, zweitens Gender-Diskurse und -Debatten initiieren, fördern und verfolgen. Es ist uns wichtig, dass unsere breitgefächerten Angebote geschlechtsbezogene Bildung beinhalten. Wir thematisieren Ungleichverteilungen und wenden uns gleichzeitig gegen pauschalisierte Zuschreibungen bezüglich der Deutung von Frauen und Männern.
Verbesserung von Chancengleichheit
Das af ergreift seit Beginn seiner politischen Bildungsarbeit Partei für die Menschen, die im Schatten der Gesellschaft stehen. Mittels innovativer Lernmethoden und kulturpädagogischen Ansätzen eröffnen wir Bildungschancen für bildungsbenachteiligte Menschen. Wir setzen uns dafür ein, Debatten gegen Diskriminierung und Ausgrenzung anzustoßen und Vorschläge für eine Verbesserung von Chancengleichheit zu erarbeiten. 


Kulturelle Bildung

Politische Bildung mit kultureller Bildung verbinden? Für das af stellt sich diese Frage nicht. Mittels kulturpädagogischer Methoden werden politische und gesellschaftliche Themen für alle greifbar und erlebbar. Um unterschiedliche Zielgruppen wie Jugendliche oder Erwachsene, bildungsnahe und -ferne Menschen gleichermaßen anzusprechen und aktivieren zu können, nutzt das af in seiner Bildungsarbeit kulturpädagogische Ansätze und Methoden, also Musik, bildende Kunst, Theater, Film und Tanz. In den
Bildungsveranstaltungen werden auf diese Weise schöpferische Fähigkeiten und Kräfte der Teilnehmenden aktiviert und gefördert sowie Begegnungen geschaffen. In den Seminaren wird den Teilnehmenden Raum gegeben, sich und die anderen zu erfahren sowie ressourcenorientiert zu arbeiten. Im Handwerksprojekt „der Stuhl“, in dem sich Jugendliche in einem Rap-Workshop auf ihren Einsatz im Ausland vorbereitet haben, kam die Verbindung von politischer und kultureller Bildung beispielhaft zum Einsatz. 


Medien!=sozi@l!?

Neue Medien sind fester Bestandteil des Lebensalltags von Jugendlichen und Erwachsenen geworden. Facebook, Wikipedia und co. bestimmen ihre Interaktion und Kommunikation und beeinflussen Denk- und Wahrnehmungsmuster. Der virtuelle Raum eröffnet den Menschen vielfältige Möglichkeiten, sich auszutauschen, zu engagieren und zu präsentieren. Trotz der verbreiteten technischen Kompetenz, welche zwangsläufig im täglichen Umgang mit dem Medium Internet entsteht, geht ein großer Teil von NutzerInnen sowohl im Input als auch im Output zu unbedacht und sorglos mit Daten und Informationen um. Zudem bleiben viele Potentiale für zeitgemäßes Lernen und Partizipation dabei noch ungenutzt. Vor allem aktuelle politische Ereignisse (wie Stuttgart 21, Anti- Castor- Demonstrationen, bis hin zu der Debatte um Wikileaks) zeigen, welchen Stellenwert das soziale Internet in Verbindung mit crossmedialen Tools heute hat. In der Seminararbeit des af geht es darum, (jungen) Frauen und Männern sowohl inhaltlich als auch methodisch, politisches Wissen und geeignete Wege zur Umsetzung eigener Ideen und Anliegen sowie Möglichkeiten für die Teilnahme an gesellschaftspolitischen Prozessen aufzuzeigen und einen sicheren und unbedenklichen Umgang mit Informationen und persönlichen Daten zu vermitteln. 


Partizipation

Nicht nur an einer Aktion teilnehmen, sondern mithilfe von Aktionen nachhaltig etwas verändern- das bedeutet Partizipation. In allen Lebensbereichen, in jeder Lebenssituation und in jedem Lebensalter sind wir bestimmten Lebensumständen ausgesetzt, die wir oft nur mitbestimmen können, wenn die strukturellen Rahmenbedingungen gegeben sind. Dann geht es zum einen natürlich darum, diese Rahmenbedingungen zu kennen und mit ihnen umgehen zu können – das Wahlrecht in Anspruch zu nehmen, sich in Interessenverbänden zusammenzuschließen, Petitionen einzureichen etc. Zum anderen können diese Rahmenbedingungen dann genutzt werden, um weitere Mitbestimmungsmöglichkeiten strukturell zu verankern: Demonstrationen organisieren, öffentliche Diskurse führen, kurz: sich einmischen. Probleme erkennen, die Gründe für das Entstehen dieser Probleme begreifen und die Probleme beseitigen – darum geht es in der Bildungsarbeit des af. 


Europa

Die Entdeckung Europas steht noch bevor. Der Blickwinkel aus Deutschland geht häufig in Richtung Westeuropa. Demgegenüber erscheint Osteuropa vielen als fremd und belastend. Das Gemeinsame und Verbindende wird von den eingeschränkten, nationalen Befindlichkeiten überdeckt. Das europäische Leben in bunter Vielfalt und vielseitigen Traditionen muss noch entdeckt werden. Europa ist mehr als eine Währungsunion. Das Leitbild Europa als lebendige Demokratie mit sozialer Gerechtigkeit ist für uns das Zukunftsmodell. Dies ist nur über ein gemeinsames Bewusstsein und mit einer europäischen Öffentlichkeit zu erreichen. Die europäische Internetzeitung EuropeanYouthVoice des af will dem gemeinsamen Europa eine publizistische Stimme geben. Sie wird von jungen AutorInnen aus ganz Europa gestaltet.
Praktische internationale Erfahrungen sammelten junge Menschen in unserem internationalen Handwerkerprojekt Stuhl, das soziales Training und handwerkliches Lernen miteinander verbindet. An den Gedenkorten des nationalsozialistischen Terrors leisteten sie einen sichtbaren Beitrag durch die Restaurierung und Pflege von Einrichtungen und Gedenkstätten. Neue Begegnungen und interkulturelles Lernen verschafften den Jugendlichen eine erweiterte Handlungskompetenz in ihrem eigenen Alltag. 


Politische Ökologie

Die Umweltzerstörung geschieht nicht zufällig. Umweltschutz beruht auf einem gesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Engagement sowie auf politischen Entscheidungen. Der ökologische Diskurs ist politisch wie eh und je. An diesen Prozessen wollen wir uns beteiligen.
Verdient die Umweltpolitik ihren Namen zu Recht? Ist in den politischen Programmen Ökologie tatsächlich drin, wenn es drauf steht? Zahlreiche Umweltverbände kämpfen um den Erhalt der natürlichen Ressourcen. In unserer Bildungsarbeit wollen wir die Hintergründe der Umweltpolitik aufzeigen. Uns geht es darum, politische Bewertungen und Strategien ökologischen Handelns zu verdeutlichen. In Kooperationsseminaren mit den Naturfreunden thematisieren wir beispielsweise den politischen Entscheidungsprozess beim Ausbau regenerativer Energien. Wer sind die Befürworter? Wer die Gegner? Wer bestimmt den politischen Willen? Wie kann eine zukunftsträchtige ökologische Politik aussehen? 


Rechtsextremismus

„Der Rechtsextremismus lässt sich nicht auf militante Gruppen reduzieren, er ist weder ein reines Kriminalitäts- noch allein ein Jugendphänomen. Auch keines, das allein marginale Randgruppen betreffen würde. Vielmehr wirft gerade die Auseinandersetzung mit der Neuen Rechten die Frage auf, welche Breitenwirkung
ihre Ideen entfalten oder entfalten könnten.“ (Fritz Behrens 2004)
Es gibt klare Bestrebungen der rechtsextremen Szene, sich eine „Erosion der Abgrenzung“ zum konservativen und demokratischen Spektrum oder sogar den Aufbau einer so genannten „Querfront“ zwischen extremen Linken und extremen Rechten zum Ziel zu setzen. Und auch die Jugendszenen durchlaufen in den letzten Jahren Veränderungen: Was früher rechte Skinheads und Neonazis waren, sind heute die so genannten „Nationalen Sozialisten“ oder „Autonomen Nationalisten“, die bewusst den linken Lifestyle kopieren. Laut einer Studie der Meinungsforschungsinstitute INFO und Liljeberg Research International (2010) ist zudem jeder 5. Deutsche Ausländern gegenüber negativ eingestellt. Rechtsextreme Weltbilder sind zunehmend in der Mitte der Gesellschaft verankert. Um diesen Tendenzen präventiv und akut entgegenzuwirken, nimmt das Themenfeld „Rechtsextremismus“ einen Schwerpunkt in der Bildungsarbeit des aktuellen forums ein. 


Lokales und Globales

Das Essen auf dem Teller, der Kollege am Arbeitsplatz und die Kleidung, die ich trage, haben alle eins gemeinsam – Lokales und Globales sind der Spiegel einer gemeinsamen Welt.
Jedes lokale Ereignis, jede Entscheidung vor Ort, jeder Kontakt zum Nachbarn steht in einem Zusammenhang zur Welt da draußen. Und diese Welt ist hier zuhause. Lokales und Globales sind eine untrennbare Verbindung mit lokaler und globaler Verantwortung. Bildungsveranstaltungen mit Gruppen im europäischen Ausland tragen zum gegenseitigen Verständnis lokaler und globaler Entwicklungen bei. Und in unseren Seminaren unter dem Titel Globalized Identities decken die jugendlichen TeilnehmerInnen den internationalen Hintergrund zahlreicher lokaler Ereignisse auf. Sie untersuchen den weltweiten Modemarkt in Bezug zu ihrer eigenen Kleidung, sie fragen nach dem Sinn und Zweck einheitlicher Polizeiuniformen in Europa, sie stellen ihr eigenes Spielverhalten am Computer mit den weltweit vernetzten Usern in einen Zusammenhang und fragen nach den Produktionsbedingungen des Kaffees in internationalen Kaffeehausketten. 


Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet steht nach dem Jahr als Kulturhauptstadt an der Schwelle zwischen nostalgischer Schwärmerei und innovativer Zukunft. Völlig zu Recht ist die Region stolz auf ihre großartige Industriekultur. Das Zukunftskonzept der Megalopolis Ruhrgebiet ist allerdings noch offen.
Wie kann sich einer der größten europäischen Ballungsräume zu einem Zentrum ökologischer Erneuerung, postindustrieller Produktion, kreativer Wissens- und Kulturtransfers, multikulturellen Lebens sowie regionaler Mit- und Selbstbestimmung entwickeln? Dazu wollen wir Visionen entwikkeln und umsetzen. Das af mit Sitz in Gelsenkirchen ist im Ruhrgebiet fest verankert. Hier bestehen vielfältige Kontakte und Netzwerke. Diese regionale Verortung zeigt gleichzeitig die internationale Perspektive des afauf wie sie u.a. in den Seminaren des Dersim-Projekts deutlich wird. Darum geht es um die ehemalige autonome Provinz Dersim in der Türkei vor dem Hintergrund der hiesigen Einwanderungsgesellschaft. Das af möchte sich an der Entwicklung des Ruhrgebiets beteiligen. Liegt die Zukunft des Ruhrgebiets in einer Metropole Ruhrstadt? Diese Diskussion wollen wir vorantreiben und dazu ein Forum bereitstellen. 

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