Der Holocaust in Tschechien

Reinhard Heydrich war eine zentrale Figur in der Organisation und Durchführung der „Endlösung“ und der Repression in den besetzten Gebieten. Seine Rolle verbindet die Ereignisse in Lidice und Theresienstadt und zeigt die persönlichen Verantwortlichkeiten hinter den Verbrechen.

Zuerst besuchen die Teilnehmenden den Ort Lidice. Am 10. Juni 1942 wurde das Dorf Lidice in der damaligen Tschechoslowakei von der SS zerstört. Dies geschah als Vergeltungsmaßnahme für die Ermordung von Reinhard Heydrich, einem hochrangigen Nazi-Offizier und Chef der Sicherheitspolizei und des SD. Die Nazis töteten alle Männer des Dorfes, deportierten die Frauen in Konzentrationslager und die Kinder wurden entweder ermordet oder in deutsche Familien zwangsadoptiert. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Geschichte von Lidice steht symbolisch für die Gräueltaten des Nazi-Regimes während des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs.
Denkt man an die Tatorte des Holocaust, fällt den meisten wahrscheinlich als Erstes der Lagerkomplex Auschwitz-Birkenau als Symbol des Völkermordes ein. Jedoch richteten die Nationalsozialisten auch an anderen Orten Leid und Verwüstung an. Im tschechischen Terezín (deutsch Theresienstadt) wurden mehr als 33.000 Menschen ermordet. Die Teilnehmenden lernen in der Gedenkstätte und der Stadt die Geschichte, Opfer und Täter kennen. Reinhard Heydrich war zwar nicht direkt in Theresienstadt tätig, aber seine übergeordnete Rolle in der Planung und Durchführung der NS-Verfolgungspolitik machte ihn indirekt mitverantwortlich für die Zustände und die Nutzung des Ghettos „als gutes Beispiel“ als Propagandainstrument.
Am Abreisetag besucht die Gruppe das jüdische Viertel in Prag und die Kirche der Heiligen Kyrill und Method. Diese Kirche hat eine bedeutende Verbindung zu Reinhard Heydrich: Am 27. Mai 1942 führten tschechoslowakische Widerstandskämpfer das Attentat auf Heydrich durch, der am 4. Juni 1942 seinen Verletzungen erlag. Nach dem Attentat versteckten sich die Attentäter in der Krypta der Kirche. Am 18. Juni 1942 wurde die Kirche von SS und Gestapo umstellt, und nach erbittertem Kampf begingen die Widerstandskämpfer in der Krypta Selbstmord, um nicht gefangen genommen zu werden. Der Besuch dieser Gedenkstätte bietet den Teilnehmenden eine tiefgehende und emotionale Möglichkeit, die Geschichte des Widerstands gegen das NS-Regime zu verstehen und zu würdigen.

Beginn

29.09.2024 um 06:00 Uhr

Ende

03.10.2024 um 07:00 Uhr

Leitung

Theresa Milde

Ort

Lidice, Terezin, Prag

100 €

mit Übernachtung
Preis inkl. MwSt.

Ausgebucht
Buchung nicht möglich

Anmeldung bis: N.N.
Teilnehmer: 30 bis 40
Seminar-Nummer: 24143
Themenfeld: Erinnerungskultur