Mein Name ist Fabrice Polczinski und ich hatte die Ehre, als einer von 53 Jugendlichen aus den Regionen Hauts-de-France (Frankreich), Schlesien (Polen), Dnipro (Ukraine) sowie meiner Heimatregion, dem Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, am internationalen Jugendgipfel des Weimarer Dreiecks teilzunehmen.
Gemeinsam widmeten wir uns einem der bedeutendsten und zugleich brisantesten Themen unserer zunehmend digitalisierten Welt: der Künstlichen Intelligenz (KI).
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI unser Zusammenleben in Europa nachhaltig verändern wird und welche Chancen, aber auch welche Risiken mit dieser Technologie verbunden sind. Ziel des Jugendgipfels war es, uns Jugendlichen ein fundiertes Verständnis von Künstlicher Intelligenz zu vermitteln. Dadurch konnten wir besser nachvollziehen, wie KI-Systeme funktionieren, Entscheidungen treffen und unsere Daten verarbeiten.
Besonders spannend war der Austausch mit Expertinnen und Experten von Sciences Po Lille. Dort wurde mir deutlich, welche zentrale Rolle Künstliche Intelligenz künftig sowohl für Unternehmen als auch für staatliche Institutionen spielen wird. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass technischer Fortschritt immer mit klaren rechtlichen und ethischen Leitplanken verbunden sein muss. Gerade weil ich mich für Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und den Schutz demokratischer Werte engagiere, hat mich dieser Aspekt besonders beschäftigt.
In den darauffolgenden Tagen arbeiteten wir in internationalen Teams an eigenen Projektideen. Unsere Aufgabe bestand darin, Konzepte zu entwickeln, wie KI zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt werden kann. Die Projekte wurden zunächst in Form eines Prototyps vorgestellt und anschließend auf Grundlage des erhaltenen Feedbacks weiterentwickelt.
Meine Gruppe entwickelte die Idee einer KI-Anwendung, die mehr Transparenz bei Lobbyarbeit und politischen Spenden in Europa schaffen soll. Unser Ziel war es, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in demokratische Entscheidungsprozesse zu stärken und politische Einflussnahmen nachvollziehbarer zu machen. Unser Prototyp wurde schließlich mit dem „Citizens‘ Prize“ des Jugendgipfels ausgezeichnet.
Ein besonderes Highlight war für mich die Debatte im Plenum des Regionalrats. Dort durfte ich meine Vorstellungen darüber präsentieren, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll reguliert und zum Wohle der Gesellschaft eingesetzt werden kann. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, meine Sichtweise vor Politikerinnen und Politikern aus Polen, Frankreich, der Ukraine und Deutschland zu vertreten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Der Jugendgipfel hat mir nicht nur wertvolle fachliche Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz vermittelt, sondern mich auch in meinem Wunsch bestärkt, mich beruflich für den Rechtsstaat einzusetzen. Ich bin überzeugt, dass neue Technologien den Menschen dienen müssen – und dass es dafür unabhängige Gerichte, transparente Institutionen und klare rechtliche Regeln braucht. Der internationale Austausch mit engagierten jungen Menschen hat mir gezeigt, wie wichtig gemeinsame europäische Werte für unsere Zukunft sind und wird mich persönlich wie auch fachlich nachhaltig prägen.
Eine Nachricht zum Projekt:




