Federführung: Duisburger Werkkiste gGmbH

Die katholische Jugendberufshilfe arbeitet seit 1982 mit jungen Erwachsenen (zwischen 12 und 25 Jahren) und Erwachsenen, unterstützungsbedürftigen Menschen im Duisburger Norden. In den Bereichen Beratung, berufliche Orientierung, Berufs- und Lebensplanung konnten wir so bereits mit vielen Menschen eine berufliche und/oder persönliche Perspektive erarbeiten.

Voraussetzung dafür sind unsere gewachsenen, engen Vernetzungen im Stadtteil und darüber hinaus, die wir auch gerne weiterhin in das Projekt der Demokratiewerkstatt einbringen möchten.

Die Duisburger Werkkiste hat sich verpflichtet, im Rahmen des Diversity Managements die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern, die positive Wertschätzung der individuellen Verschiedenheit, das Erreichen einer produktiven Gesamtatmosphäre, das Verhindern der sozialen Diskriminierung von Minderheiten und die Verbesserung der Chancengleichheit von vornherein und regelmäßig bei der Durchführung ihrer Projekte und Maßnahmen zu berücksichtigen. Der Grundsatz gilt selbstverständlich auch für den hier beschriebenen Projektansatz.

aktuelles forum e.V.

Als langjähriger Partner der Duisburger Werkkiste wurden durch das aktuelle Forum bereits zahlreiche Seminare und Workshops durchgeführt und erfolgreiche Projekte (zum Beispiel Auslandsreisen mit Jugendlichen/jungen Erwachsenen) ermöglicht.

Das aktuelle forum als Träger der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung und Träger der Jugendhilfe, beschäftigt sich seit Jahren mit den Bereichen Stärkung der Demokratie, Prävention gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Medienkompetenz, Diversität, Flucht und Migration, Erinnerungskultur und Teilhabe, die als Fachbereiche in der Bildungsarbeit fest verankert sind. Ebenso spielt der internationale Aspekt in der Arbeit des aktuellen forums eine wichtige Rolle.

Die Partner dieses Projektes sehen es als ihre Aufgabe, die Mitbestimmung und Partizipation innerhalb der Gesellschaft zu stärken sowie den Abbau von Hierarchien innerhalb der Gesellschaft – z.B. zwischen Männern und Frauen, Migrant*innen und Nichtmigrant*innen, Behinderten und Nichtbehinderten – zu fördern. Vielfalt in Bezug auf Religion, sexuelle Orientierung, Geschlecht, Alter und Behinderung ist unserer Ansicht nach ausdrücklich erwünscht.

Somit ist der Auf- und Ausbau demokratischer Kompetenzen bei den Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen ein unerlässlicher und stets präsenter Bestandteil  unserer Arbeit.

Aktiv nachhaltiges Politikinteresse wecken

Die Demokratiewerkstatt in Duisburg- Marxloh mit Beginn 01.03.2020 soll den Titel „Raum für Dich – Perspektiven in Marxloh“, tragen.

Geplant ist ein zentraler Ort, in diesem Fall ein Café zum bürgerlichen Austausch im Marienheim, welches an zwei festen Terminen in der Woche einen offenen Treffpunkt von jeweils drei Stunden anbietet, um zunächst Wünsche, Bedarfe und auch Potentiale und Ressourcen von Bewohner*Innen des Stadtteils zu sammeln und zu kommunizieren.

Ziel des Projektes ist es, schicht- und generationsübergreifend Bewohner*Innen eines Sozialraums bzw. Stadtteils Optionen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die vorhandenen Ressourcen ihrer direkten Umgebung zu erkennen, nutzen und weiter zu entwickeln.

Die Fähigkeit des „Netzwerkens“ soll zentraler Aspekt und Handlungsimpuls des Projektes sein. Das Lokalisieren und Verfestigen von Netzwerken und Verbindungen, welche begonnen bei der kleinsten sozialräumlichen Einheit wie z.B. einer guten Nachbarschaft, eines Treffpunkts im Stadtteil, eines Vereins oder Stammtisches usw. als Ressource und Ausgangspunkt für die Entwicklung von Konzepten dienen können, sollen freigelegt und gefördert werden, die Selbsthilfepotentiale der Bewohner*Innen sollen generiert und gestärkt werden.

Die Konstruktion eines tragfähigen Netzwerks, welche insbesondere die Zielgruppe der sogenannten „abgehängten“ und „benachteiligten“ Personen unterstützt, soll zentraler Dreh- und Angelpunkt des Projekts sein.

Ziel ist es, neben der Stärkung von Selbsthilfepotentialen, auch den sogenannten „Wutbürgern“ nicht nur die Argumentationsgrundlage zu nehmen, sondern diese darüber hinaus einzubinden in positiv besetze Entwicklungsprozesse.

Ziel aller Aktivitäten soll die Entwicklung von Perspektiven für den Stadtteil sein, die vor allem aus dem Stadtteil kommen. Als Ergebnis kann eine Agenda stehen, welche hauptsächlich die Wünsche und Anregungen der Bewohner*Innen des Stadtteils bzw. diverser ineinander übergreifender sozialer Räume widerspiegelt und welche konkrete Handlungsimpulse für Politik und Wirtschaft liefern kann.

Fragen der konkreten Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen, der Selbstwirksamkeit im Gegensatz zu Fruststation, politischer Teilhabe unter klarer Abgrenzung extremistischer Haltungen und auf Grundlage des Grundgesetzes, des Demokratie Lebens und der Konstruktion einer vermeintlich abhanden gekommenen sozialen Grundordnung sollen diskutiert und aufgearbeitet werden.

Unter dem Motto „von Marxlohern für Marxloher“ soll so der Blick auf die Menschen gerichtet werden, die zum Teil als „politikfern“ bezeichnet werden, da ihre momentane Situation den Blick auf die Politik nicht zulässt bzw. eine generelle Unzufriedenheit mit sich gebracht hat. Der Politikverdrossenheit möchten wir dadurch entgegentreten und den Menschen (wieder) ein positives Bild von Politik anbieten.

Die Demokratiewerkstatt soll auch in diesem Projekt in die Öffentlichkeit getragen werden. Wir nehmen an Veranstaltungen in Marxloh teil, stellen die Demokratiewerkstatt bei allen Partnern mit einer Power-Point-Präsentation vor und bieten einen festen Anlaufpunkt – mitten in Marxloh, wo wir Interessierte Menschen über das Projekt der Landeszentrale für politische Bildung NRW informieren und Informationsmaterialien zur Verfügung stellen.

Die Zusammenarbeit mit dem aktuellen forum e.V. wird durch die Projektleitung Lena Richter gesteuert. Das aktuelle forum wird sich mindestens einmal pro Woche durch eine/n Bildungsreferenten/in an festen Aktivitäten im Stadtteil, wie z.B. dem Bürgercafé, beteiligen und aktiv an der Konzeption von möglichen Angeboten mitwirken. Zudem soll die Umsetzung von Seminaren durch externe Dozenten vom aktuellen forum gesteuert werden.

Das aktuelle forum verfügt über einen umfangreichen Kreis von Dozent*Innen, welche durch langjährige Seminar- und Projektleitungen über Methoden verfügen, um Potentiale von Teilnehmer*Innen zu entdecken und gezielt ausbauen zu können. Folgende Möglichkeiten des Wissens- und Methodentransfers sind geplant:

  • Erkundung des Wohnumfelds durch Geocaching und Actionbound (neue Methode einer Stadtralley per Smartphone)
  • Erfahrung des sozialen Raums durch neue Blickwinkel und Perspektiven (z.B. Fotoworkshops mit Stadtteilbezug)
  • Stärkung eines lokalen und emotionalen Bezugs zum Wohnumfeld und Stadtteil durch kulturelle Methoden (z.B. HipHop-Workshops mit Vereinen und Schulklassen)
  • klassische Seminararbeit z.B. zur Bedarfsanalyse der Anwohner*Innen und realistischen Konzepten zur Umsetzung bzw. Entwicklung von Handlungsimpulsen
  • Zukunftswerkstätten mit Entwicklung von Utopien für den Stadtteil und konkreten Handlungsansätzen
  • Seminare zum gegenseitigen multikulturellen Verständnis (z.B. Kooperationen mit kirchlichen Vertretern aller Religionen)
  • In jedem Jahr folgt eine „Regionalkonferenz“ als Vernetzungstreffen mit allen Teilnehmer*innen, Vertretern von Stadtverwaltung und eventuell ortsansässiger Wirtschaftsunternehmen.

Dort werden neben der Zusammentragung der Ergebnisse auch Handlungsstränge und Perspektiven für das Folgejahr erarbeitet.

Perspektivisch soll die neue Demokratiewerkstatt eine Vision für eine potenzielle Nutzung eines nach den Bedürfnissen und Anregungen der Bewohner*Innen von Marxloh gestalteten eigenen „Freiraums“ im für 2021/22 geplanten Neubau des Forum Marxloh liefern.

Die manifeste Umsetzung einer zunächst abstrakten Ideensammlung und somit die Sichtbarmachung von Demokratie im wörtlichen Sinne der „Volksherrschaft“ oder auch „Partizipation“ sowie das explizite Umsetzen eines subsidiären Ansatzes sollen exemplarisch für diese Demokratiewerkstatt sein und in einem konkreten Ergebnis, in diesem Fall der tatsächlich geschaffene (Frei)-Raum, münden.

 

Rückblick erste Demokratiewerkstatt

Im Rahmen der letzten Demokratiewerkstatt konnten wir vielfältige Erfahrungen sammeln und feststellen, in welchem Bereich noch Bedarfe gedeckt werden müssen.

Nicht erst zum Ende des Projektes  mussten wir feststellen, dass auch bei uns als durchführende Institution noch Lernbedarfe im Bereich politischer Bildung und nutzbare Methodik vorhanden sind. Dazu führten und führen wir intern aktuell Reflexions- und Feedbackgespräche durch, um die Erfahrungen, die wie gemacht haben, für die kommende Demokratiewerkstatt konstruktiv zu nutzen.

Über das Wanderplakat wurde im ersten Projekt zunächst versucht, die Menschen im Stadtteil zu erreichen, was nur punktuell funktionierte. Die entdeckten und auf dem Plakat dokumentierten Wünsche und Bedarfe  wurden in Workshops und Seminaren aufgegriffen, konnten allerdings nicht an die Bürger*innen im Quartier zurückgebunden werden, die diese geäußert hatten.

Mit verschiedenen Aktionen wurden immer wieder punktuell Bürger*innen erreicht, dabei wurde dem Aspekt der Nachhaltigkeit nur selten genüge getan. Die gilt auch für das Zuziehen von verschiedenen Politikern.


Ansprechpartner/in:

Bei Fragen, Anregungen oder Interesse wenden Sie sich bitte an:

Aktuelles Forum
Oliver Zier
Tel.: 0209- 15510 20
o.zier@aktuelles-forum.de

 

Duisburger Werkkiste
Lena Richter
Tel.: 0203- 80700032
lena.richter@werkkiste.de