Die Demokratiewerkstatt im Quartier Duisburg-Marxloh wird gefördert von Landeszentrale für politische Bildung NRW und wird vom aktuellen forum in Kooperation mit der Duisburger Werkkiste gGmbH durchgeführt.

Die Duisburger Werkkiste arbeitet seit 1982 mit jungen Erwachsenen (zwischen 12 und 25 Jahren) und Erwachsenen, unterstützungsbedürftigen Menschen im Duisburger Norden. In den Bereichen Beratung, berufliche Orientierung, Berufs- und Lebensplanung konnten wir so bereits mit vielen Menschen eine berufliche und/oder persönliche Perspektive erarbeiten.

Voraussetzung dafür sind unsere gewachsenen, engen Vernetzungen im Stadtteil und darüber hinaus, die wir auch gerne weiterhin in das Projekt der Demokratiewerkstatt einbringen möchten.

Die Duisburger Werkkiste hat sich verpflichtet, im Rahmen des Diversity Managements die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern, die positive Wertschätzung der individuellen Verschiedenheit, das Erreichen einer produktiven Gesamtatmosphäre, das Verhindern der sozialen Diskriminierung von Minderheiten und die Verbesserung der Chancengleichheit von vornherein und regelmäßig bei der Durchführung ihrer Projekte und Maßnahmen zu berücksichtigen. Der Grundsatz gilt selbstverständlich auch für den hier beschriebenen Projektansatz.

 

Aktiv nachhaltiges Politikinteresse wecken

Die Demokratiewerkstatt in Duisburg- Marxloh startet am 01.03.2020.

Geplant ist ein zentraler Ort, in diesem Fall ein Café zum bürgerlichen Austausch im Marienheim, welches an zwei festen Terminen in der Woche einen offenen Treffpunkt von jeweils drei Stunden anbietet, um zunächst Wünsche, Bedarfe und auch Potentiale und Ressourcen von Bewohner*Innen des Stadtteils zu sammeln und zu kommunizieren.

Ziel des Projektes ist es, schicht- und generationsübergreifend Bewohner*Innen eines Sozialraums bzw. Stadtteils Optionen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die vorhandenen Ressourcen ihrer direkten Umgebung zu erkennen, nutzen und weiter zu entwickeln.

Die Fähigkeit des „Netzwerkens“ soll zentraler Aspekt und Handlungsimpuls des Projektes sein. Das Lokalisieren und Verfestigen von Netzwerken und Verbindungen, welche begonnen bei der kleinsten sozialräumlichen Einheit wie z.B. einer guten Nachbarschaft, eines Treffpunkts im Stadtteil, eines Vereins oder Stammtisches usw. als Ressource und Ausgangspunkt für die Entwicklung von Konzepten dienen können, sollen freigelegt und gefördert werden, die Selbsthilfepotentiale der Bewohner*Innen sollen generiert und gestärkt werden.

Die Konstruktion eines tragfähigen Netzwerks, welche insbesondere die Zielgruppe der sogenannten „abgehängten“ und „benachteiligten“ Personen unterstützt, soll zentraler Dreh- und Angelpunkt des Projekts sein.

Ziel ist es, neben der Stärkung von Selbsthilfepotentialen, auch den sogenannten „Wutbürgern“ nicht nur die Argumentationsgrundlage zu nehmen, sondern diese darüber hinaus einzubinden in positiv besetze Entwicklungsprozesse.

Ziel aller Aktivitäten soll die Entwicklung von Perspektiven für den Stadtteil sein, die vor allem aus dem Stadtteil kommen. Als Ergebnis kann eine Agenda stehen, welche hauptsächlich die Wünsche und Anregungen der Bewohner*Innen des Stadtteils bzw. diverser ineinander übergreifender sozialer Räume widerspiegelt und welche konkrete Handlungsimpulse für Politik und Wirtschaft liefern kann.

Fragen der konkreten Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen, der Selbstwirksamkeit im Gegensatz zu Fruststation, politischer Teilhabe unter klarer Abgrenzung extremistischer Haltungen und auf Grundlage des Grundgesetzes, des Demokratie Lebens und der Konstruktion einer vermeintlich abhanden gekommenen sozialen Grundordnung sollen diskutiert und aufgearbeitet werden.

Unter dem Motto „von Marxlohern für Marxloher“ soll so der Blick auf die Menschen gerichtet werden, die zum Teil als „politikfern“ bezeichnet werden, da ihre momentane Situation den Blick auf die Politik nicht zulässt bzw. eine generelle Unzufriedenheit mit sich gebracht hat. Der Politikverdrossenheit möchten wir dadurch entgegentreten und den Menschen (wieder) ein positives Bild von Politik anbieten.

Die Demokratiewerkstatt soll auch in diesem Projekt in die Öffentlichkeit getragen werden. Wir nehmen an Veranstaltungen in Marxloh teil, stellen die Demokratiewerkstatt bei allen Partnern mit einer Power-Point-Präsentation vor und bieten einen festen Anlaufpunkt – mitten in Marxloh, wo wir Interessierte Menschen über das Projekt der Landeszentrale für politische Bildung NRW informieren und Informationsmaterialien zur Verfügung stellen.

Update im Oktober 2020:

Jugendvertretung „JuVe“ im Stadtteil Duisburg-Marxloh

Ab Oktober 2020 wird die Demokratiewerkstatt im Quartier Duisburg-Marxloh in eine neue Projektphase starten. Nachdem die Bedarfsanalyse, welche bedingt durch die Kontaktbeschränkungen durch Corona, per Online-Befragung abgeschlossen wurde, hat sich herauskristallisiert, dass ein konkretes Instrument zur Willensbildung und Konsensfindung junger Menschen im Stadtteil fehlt. Daher wurde das Konzept einer parlamentarischen Jugendvertretung entwickelt, bei dem zunächst die Teilnehmenden der Maßnahmen der Duisburger Werkkiste eine Teilnehmendenvertretung gründen und parlamentarische Arbeit in diesem Gremium erproben. Dieses Konzept soll in einer zweiten Phase auf den Stadtteil Duisburg-Marxloh übertragen werden, in der gezielt Kontakt zu anderen Jugendorganisationen aufgebaut wird und die Jugendvertretung im Quartier verstetigt wird.

Erstes Ziel ist die Installation einer Interessensvertretung der Teilnehmenden der Duisburger Werkkiste. Über das Instrument der Konstruktion einer Jugendvertretung „JuVe“ wird ein Gremium geschaffen, in dem die Interessen, Ziele und Vorstellungen der einzelnen Teilnehmenden artikuliert und dokumentiert werden können. Übergreifend über alle Gewerke und in den Stadtteil hinein wird eine partizipative Kommunikationsplattform geschaffen, in der demokratische Prinzipien vermittelt werden und zum Diskurs angeregt wird. Das Prinzip der gemeinsamen, demokratischen Konsensfindung wird zentraler Inhalt sein.

Was soll konkret damit erreicht werden?

  • Es soll sich ein eine parlamentarische Struktur bilden, welche beschlussfähig ist und mehrheitsfähige Vorschläge der Geschäftsführung/Bereichsleitung unterbreiten kann.
  • Die Partizipationsfähigkeit der Teilnehmenden soll gestärkt und gefördert werden, das Prinzip der demokratischen Beschlussfindung soll erlernt und gelebt werden.
  • Die Teilnehmenden sollen zum Bindeglied und Multiplikatoren innerhalb des „Betriebes“ und später zu anderen Interessensvertretungen im Stadtteil, z.B. Schülervertretungen, werden.
  • Vernetzung und Generierung von Aufmerksamkeit im Stadtteil durch öffentliche Aktionen
  • Sichtbarmachung von Problemlagen durch Teilnehmende – nicht von Professionellen!
  • Klausurtagungen sind als wiederkehrendes Instrument eingeplant
  • Fragestellung: Wie verschaffe ich mir Gehör? Wie bekomme ich Kontakt zur Kommunalpolitik? Was heißt eigentlich Subsidiarität?
  • Räumliche Verortung in einem festen Raum der Duisburger Werkkiste und Freistellung einzelner Vertreter*Innen für die Jugendvertretung
  • Jede Maßnahme stellt zwei Vertreter*Innen ab, die an der ersten konstituierenden Veranstaltung teilnehmen.
  • Es werden feste Strukturen installiert: Social-Media–Team (Öffentlichkeitsarbeit), Sprecher und Präambel festlegen, Vorstand wählen, Agenda erstellen, Schriftführer benennen, etc.

Bedingt durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen wird das Angebot zunächst im digitalen Format fortgesetzt.


Ansprechpartner/in:

Bei Fragen, Anregungen oder Interesse wenden Sie sich bitte an:

Aktuelles Forum
Felix Tschuch
Tel.: 0209- 15510 20
f.tschuch@aktuelles-forum.de

Duisburger Werkkiste
Lena Richter
Tel.: 0203- 80700032
lena.richter@werkkiste.de