Ausschreibung für eine Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim

In Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. planen wir eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz in Polen.

Vom 13.10. bis 18.10.2024 haben 17 Teilnehmer*innen zwischen 16 und 26 Jahren die Möglichkeit an der Gedenkstättenfahrt teilzunehmen und den Ort kennen zu lernen, der wie kein anderer für die Verbrechen der Nationalsozialisten steht: Auschwitz. Wir lernen auf der Gedenkstättenfahrt Geschichte aus erster Hand, und nehmen uns Zeit, um die belastenden Erlebnisse als Gruppe zu reflektieren.

Weitere Infos könnt ihr dem Flyer entnehmen oder meldet euch mit Fragen bei Karolina Hajjar k.hajjar@aktuelles-forum.de

Die Anmeldung läuft über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

 


Bericht über die Vorstellung des aktuellen forum in der Ruhr-Universität Bochum

Am 15. und 25. April waren wir in der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum zu Besuch und stellten das aktuelle forum und die Servicestelle für mehr internationale Jugendarbeit in NRW (SIJA NRW) als potenziellen Praktikumsplatz in jeweils zwei Kursen vor. In allen Kursen konnten wir einen Einblick in die Struktur und den Betrieb des aktuellen forums und der SIJA NRW geben und ebenfalls persönliche Erfahrungen und gesammelte Eindrücke schildern. Die Reaktionen waren durchweg positiv, und die vielen Fragen und Rückmeldungen ließen erkennen, dass das Angebot eines Praktikums beim aktuellen forum und der SIJA NRW auf großes Interesse gestoßen ist. Die Teilnehmer*innen zeigten sich interessiert an den vielfältigen Möglichkeiten und Aufgaben, die das aktuelle forum und die SIJA NRW bietet, und waren beeindruckt von dem Engagement für die Weiterentwicklung der Mitarbeiter*innen beim aktuellen forum und der SIJA NRW. Des Weiteren fand die Perspektive, ebenfalls als Honorarkraft oder perspektivisch in einer Festanstellung für das aktuelle forum aktiv zu sein einen großen Anklang bei den Sozialwissenschaftsstudierenden.  Das aktuelle forum und die SIJA NRW schaut mit Zuversicht und einer großen Spannung, der Vorstellung potenzieller Kandidat*innen für ein Praktikum entgegen und freut sich darauf, die Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum weiter vertiefen zu können.

 

Vera Hochmann (Mitarbeiterin der SIJA NRW) stellt das aktuelle forum und die SIJA NRW als möglichen Praktikumsplatz vor. 


Wir stellen unsere Pocket Workshops vor!

Das Format des Pocket Workshop bündelt Methoden zu aktuellen Themen in einem übersichtlichen Kartensatz. Mithilfe des Sets können pädagogische Fachkräfte beliebig Methoden kombinieren, um eigene abwechslungsreiche und partizipative Workshops zu gestalten. Der Pocket Workshop wird Bildungseinrichtungen kostenlos sowohl analog als auch digital zur Verfügung gestellt.

 

01 Fake News und Verschwörungserzählungen

Mit unserem ersten Pocket Workshop wollen wir auf die wachsende Bedrohung durch gezielt platzierte Fake News und Verschwörungserzählungen reagieren. Diese werden insbesondere von rechtsextremen oder anderen radikalen Gruppen genutzt, um öffentliche Diskurse in ihrem Sinne zu beeinflussen oder um neue Mitglieder zu rekrutieren.

Dieser Kartensatz gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Lerngruppe im Rahmen einer Unterrichtsreihe, eines Workshops oder eines Seminars gezielt im Umgang mit entsprechenden Narrativen zu schulen. Dazu bietet er neben zahlreichen Methoden auch prägnant zusammengefasste Hintergrundinformationen zu Schlüsselkonzepten rund um Verschwörungserzählungen und Fake News.

Mithilfe dieser umfassenden Methodensammlung können Bildungsveranstaltungen aller Art geplant werden, egal ob einzelne Unterrichtsstunde oder fünftägige Intensivschulung. Die Methoden sind für verschiedene Lerngruppen binnendifferenzierbar und für Teilnehmende ab 12 Jahren geeignet.

 

                                    

 

02 Klimawandel und nachhaltiger Konsum

Wie wirkt sich die globale Klimaerwärmung auf unseren Alltag aus? Und welche kollektiven Handlungsspielräume für die aktive Gestaltung der (nachhaltigen) Zukunft haben wir?

Auf Basis dieser Fragen haben wir einen zweiten Pocket Workshop entwickelt. Dieser Kartensatz bietet insgesamt 56 vielseitige Methoden und thematische Einheiten, sowie Tipps zur praktischen Umsetzung. Die Methoden sind angepasst an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

Die Sammlung ermöglicht aktiv und spielerisch den Zugang zu komplexen Klima- und Nachhaltigkeitsthemen. Dabei sind niedrigschwellige Einstiegsmethoden, die keine Vorkenntnisse erfordern, inbegriffen. Ebenso Einheiten, die die Vertiefung einzelner Aspekte, wie z.B. faire Produktionsbedingungen, das Essen der Zukunft oder die Abfallwirtschaft, erlauben. Mithilfe des Kartensets können pädagogische Fachkräfte beliebig Methoden kombinieren, um eigene abwechslungsreiche und partizipative Workshops zu gestalten.

                                

Sie sind in der Bildungsarbeit tätig und haben Interesse an einem oder beiden? Dann melden Sie sich beim aktuellen forum: info@aktuelles-forum.de oder telefonisch unter 0209 15510-0

 

                                   


Demokratiewerkstatt zu Besuch in Berlin (05.02.2024 – 08.02.2024)

Die Demokratiewerkstatt der Duisburger Werkkiste erhielt eine Einladung von der Abgeordneten Lamya Kaddor von Bündnis 90/Die Grünen nach Berlin, der sie gerne folgten.

In der Zeit vom 5. Februar bis zum 8. Februar erlebten die Teilnehmenden ein buntes, politisches Programm.

Am Anreisetag startete die Gruppe vom Duisburger Hauptbahnhof Richtung Berlin. Die Vorfreude und die Spannung waren greifbar, als die Gruppe sich auf den Weg machte, um an dem geplanten Programm teilzunehmen. Nach der Ankunft in Berlin ging es direkt zum ersten geplanten Programmpunkt: dem Besuch des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“.

Der Besuch dieses Dokumentationszentrums ermöglichte der Gruppe, sich eingehend mit den Verbrechen und dem Terror des NS-Staates auseinanderzusetzen. Besonders beeindruckend fanden unsere Teilnehmenden die Freiluftausstellung, die den systematischen Vorgehensweisen des NS-Staates ein Gesicht verlieh. Durch die Ausstellung wurde deutlich, wie der NS-Staat mit seiner ideologischen und menschenverachtenden Agenda vorging. Es war ein bewegender Moment für die Teilnehmenden, der sie dazu anregte, über die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten und dem Kampf gegen jede Form von Extremismus nachzudenken.

 

Der zweite Reisetag startete mit einer Stadtrundfahrt, die sich an politischen Gesichtspunkten orientierte. Diese Tour ermöglichte es der Gruppe, verschiedene Standorte der Ministerien kennenzulernen und einen Einblick in die politische Landschaft der Hauptstadt zu gewinnen. Für einen guten Überblick besuchten wir das Tastmodell der Berliner Innenstadt. Dieses bot eine einzigartige Möglichkeit, die Stadtentwicklung Berlins auf eine haptische Weise zu erleben.

Im Anschluss begab sich die Gruppe zu einer Diskussionsrunde mit Lamya Kaddor zum Paul-Löbe-Haus. In diesem beeindruckenden Regierungsgebäude hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit der Abgeordneten auszutauschen und Einblicke in ihren Alltag zu gewinnen.

Frau Kaddor nahm sich mit Geduld und Verständnis den vielen Fragen und Anliegen der Teilnehmenden an. Sie teilte ihre Einsichten und Erfahrungen zu komplexen Themen und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Perspektiven zu teilen und offene Fragen zu diskutieren. Frau Kaddors Engagement und ihre offene Art trugen dazu bei, dass die Diskussion lebhaft und bereichernd war, und die Teilnehmenden konnten wertvolle Erkenntnisse mitnehmen.

Am Nachmittag begab sich die Gruppe zum Deutschen Bundestag, um den Plenarsaal zu besichtigen und einen Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Parlaments zu hören. Der Vortrag informierte über die Funktionsweise des Parlaments, seine Zuständigkeiten und die Bedeutung seiner Arbeit für die Demokratie.

Anschließend folgte ein weiteres Highlight: ein Besuch der Kuppel des Reichstagsgebäudes. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, diese beeindruckende architektonische Struktur zu erkunden und einen atemberaubenden Blick über die Stadt Berlin zu genießen.

 

Als Abschluss dieses ereignisreichen Tages besuchte die Gruppe das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. Dieses bedeutende Mahnmal in Berlin steht für die Millionen von Opfern des Holocaust und ist ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens.

Nach der einführenden Phase begab sich die Gruppe in die unterirdische Ausstellung, die weitere Einblicke in die Geschichte des Holocausts und seine Auswirkungen auf Europa bietet. Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die Verfolgung und Vernichtung der Juden, sondern erinnert auch an andere Opfergruppen, die unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten haben.

Der dritte Tag startete mit einem Informationsgespräch im Bundesministerium des Inneren und für Heimat. Dort erhielten sie einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Bereiche und Aufgaben des Ministeriums. Von der Sicherheitspolitik über die Asyl- und Migrationspolitik bis hin zur Heimatpolitik wurden die vielfältigen Zuständigkeiten und Herausforderungen des BMI beleuchtet. Diese Diskussion bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, ein besseres Verständnis für die komplexe Arbeit des Ministeriums zu entwickeln und die Bedeutung seiner Aufgaben für die Gesellschaft zu erkennen.

Anschließend besuchte die Gruppe die Bundeszentrale für politische Bildung, wo sie einen Vortrag über Fake News erhielt. In diesem spannenden Vortrag wurde verdeutlicht, wie Informationen zu verschiedenen Zwecken verbreitet werden können und wie wichtig es ist, kritisch mit Nachrichtenquellen umzugehen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die Mechanismen der Desinformation und lernten Strategien kennen, um Falschinformationen zu erkennen. Dieser Vortrag war besonders relevant in einer Zeit, in der die Verbreitung von Fake News eine ernsthafte Bedrohung für die demokratische Meinungsbildung darstellt.

Als abschließende Station des Tages besuchte die Gruppe das „Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas“. Diese Ausstellung erinnert an die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des Holocausts. Für einige Teilnehmende war dieser Besuch besonders bewegend, da nochmal deutlich wurde, dass verschiedene Personengruppen während des NS-Regimes verfolgt wurden. Dieser Besuch diente als wichtige Erinnerung an die Grausamkeiten der Vergangenheit und unterstrich die Notwendigkeit, die Erinnerung an diese Verbrechen wachzuhalten und gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus einzutreten.

Am letzten Tag besuchte die Gruppe das „House of One“ in Berlin. Das „House of One“ ist ein wegweisendes interreligiöses Dialog- und Bauprojekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine gemeinsame Gebetsstätte für Juden, Christen, Muslime und weitere Religionen zu errichten. Es ist ein Symbol der Hoffnung und des Zusammenhalts in einer Welt, die oft von religiösen Konflikten geprägt ist.

Während ihres Besuchs konnten die Teilnehmenden einen Einblick in die Zukunftsvisionen des Projekts gewinnen. Sie erfuhren, wie das House of One als Ort des interreligiösen Dialogs und der Versöhnung konzipiert ist, an dem Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammenkommen können, um gemeinsam zu beten, zu lernen und zu diskutieren.

Diese Bemühungen tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu fördern und Brücken zwischen den verschiedenen religiösen Gemeinschaften zu bauen.

Vier interessante, bewegende und auch nachdenklich stimmende Tage hinterließen bei allen Teilnehmenden Eindrücke, die sie im Nachgang des Besuches auch im Rahmen der Demokratiewerkstatt besprechen und reflektieren werden.


Der neue Jahresbericht 2023/2024 ist da

Wir freuen uns den aktuellen Jahresbericht vorzustellen:  es geht von Seminarberichten des vergangenen Jahres, über Herausforderungen und Erfolge in unserer Projektarbeit bis hin zu einem Ausblick auf 2024.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das af-Team!

Meldet euch gerne bei Anregungen und Fragen bei uns.

 


Anmeldung internationaler Jugendgipfel im Regionalen Weimarer Dreieck 2024

Anmeldungsbeginn für den Internationalen Jugendgipfel im Regionalen Weimarer Dreieck

07. bis 13. Juli 2024 in Polen

Der Internationale Jugendgipfel im Regionalen Weimarer Dreieck findet dieses Jahr in Polen statt! Vom 7. Bis 13. Juli 2024 werden sich Jugendliche aus Frankreich, Polen und Deutschland treffen und sich zu politischen und gesellschaftlichen Themen austauschen. Dieses Jahr ist das Motto „Wissenschaft und Technologie der Zukunft“. Neben den thematischen Diskussionen und Programmpunkten steht außerdem der interkulturelle Austausch zwischen den Teilnehmer*innen im Mittelpunkt.

Wenn du dich für eine Teilnahme interessierst, beraten wir dich gerne.

Ab dem 19. Februar kannst du dein ausgefülltes Bewerbungsformular bis zum 26. April an Mayka (m.kleine-hering@aktuelles-forum.de) senden. Viel Erfolg!


Save the Date! Fördermittelworkshop 05.06. und 06.06.2024

Am 05. und 06. Juni 2024 führen wir in Kooperation mit eurodesk Deutschland in den Räumlichkeiten des Wissenschaftspark Gelsenkirchen den Fördermittelworkshop „Einführung in die Förderinstrumente der Internationalen Jugendarbeit“ durch.

Eingeladen sind auch dieses Mal alle Träger und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit sowie offenen Kinder- und Jugendarbeit aus NRW, die sich über Förderinstrumente der internationalen Jugendarbeit informieren möchten. Neben einem Einblick in europäische und nationale Fördersysteme werden auch private Finanzierungshilfen, Fundraisingkonzepte und Stiftungsmittel behandelt.

Die Anmeldung finden Sie hier

 


Nachruf Hans Frey, MdL, a. D.

Wenn man um einen Menschen trauert – und insbesondere unmittelbar nach dem Tod – fallen einem Bilder ein, wie man diese Person in Erinnerung behält und behalten möchte.

Am 4. Dezember 2023 sollte Hans als 1. Vorsitzender des aktuellen forums e. V. verabschiedet werden. Viele Jahre hat Hans sich im und für das aktuelle forum engagiert. Er hat dem aktuellen forum eine zeitgemäße Struktur und eine neue Richtung gegeben. Unter seinem Vorsitz sind Veränderungen angestoßen worden von denen das aktuelle forum nun profitiert. Wir wollten ihm als Team der Bildungseinrichtung, als Vorstand, als Mitglieder des Trägervereins herzlich dafür danken. Daher haben wir einen Künstler gebeten, ein Porträt von ihm anzufertigen. Am Tag der Verabschiedung sollte er das Bild von sich erhalten, so wie wir ihn all die Jahre gesehen und erlebt haben. Es macht uns unendlich traurig, dass dieses Bild nun zu seinem Nachruf verwendet wird. Wir werden es jetzt in unsere Geschäftsstelle hängen und uns immer an ihn erinnern.

Lieber Hans, wir werden uns immer an dich als einen Menschen erinnern, der gerne seine harte Schale gezeigt hat, aber gleichzeitig stets ein herzensguter Mensch war. Du wusstest immer genau, was du wolltest und was nicht. Mit dir konnte man sich in einer Diskussion intensiv in der Sache streiten und danach ganz gemütlich den Abend bei einem Glas Rotwein oder Grappa in einem Restaurant ausklingen lassen.

Wir sind tief traurig, dass du nicht mehr da bist. Alle haben eine Unzahl von Bildern von dir im Gedächtnis, die sich gleichsam vor den inneren Augen abspielen wie früher in der Vorführung von Dias. Es ist kein Wunder, dass so viele Bilder von dir in Erinnerung bleiben, denn du warst eine starke Persönlichkeit und ein bemerkenswerter Mensch. Jede*r wird dich mit einem ganz eigenen Bild im Kopf oder Herzen behalten.

Ohne dich ist das aktuelle forum ärmer. Du hast unsere politische Bildungsarbeit bereichert. Nicht nur wenn wir dein Bild betrachten werden wir mit großer Dankbarkeit an dich denken.

Nina Schadt, Vorsitzende

Markus Schröder, Leiter

 

Nachruf


Stellungnahme zum Kahlschlag der LzpB in NRW

Die Landesarbeitsgemeinschaft Demokratischer Bildungswerke hat eine Stellungnahme zum Kahlschlag bei der Landeszentrale für politische Bildung verfasst. Zu Lesen ist diese hier


Forum zum Nahostkonflikt

„Wie können wir nach dem 7. Oktober 2023 angemessen über den Nahostkonflikt sprechen?“ 

Am 5.12.2023 fand in Kooperation mit dem Berufskolleg am Goldberg unsere Veranstaltung mit Burak Yilmaz statt.

„Der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus beginnt im eigenen Kopf“, sagt Burak Yilmaz. 1987 als Sohn türkisch-kurdischer Eltern in Duisburg geboren, wächst er in Duisburg auf, postmigrantisch. Heute lebt er als selbstständiger Pädagoge und Autor in seiner Heimatstadt. Als Reaktion auf Erfahrungen mit Antisemitismus, die er in seinem Jugendzentrum machen musste, beginnt Yilmaz 2012 damit, Fahrten mit muslimischen Teenagern nach Auschwitz zu organisieren.  Seit 2019 leitet er außerdem die Theatergruppe „Die Blickwandler“. Für sein vielfältiges Engagement gegen Antisemitismus und für eine inklusive Erinnerungskultur bekam er 2018 aus den Händen Frank-Walter Steinmeiers das Bundesverdienstkreuz verliehen. 

Diese Vita macht Burak Yilmaz zum idealen Gesprächspartner, wenn es um die komplexe Konfliktlage im Nahen Osten geht. So lud das af gemeinsam mit dem Berufskolleg am Goldberg zu einem offenen Diskussionsforum in der Studyhall der Schule ein. Im Raum wurde es schnell voll. Über 65 Teilnehmende folgten unserer Einladung, die meisten davon Berufsschüler*innen aus Gelsenkirchen. Aber auch Netzwerkpartner und pädagogische Fachkräfte waren vor Ort. Nach einem Input von Burak Yilmaz über fünf Thesen für eine bessere Diskussionskultur, fand anschließend ein Austausch statt. Er warb für mehr gegenseitiges Verständnis und zeigte die Probleme der jüdischen, wie auch der muslimischen Communities auf. Yilmaz problematisierte anhand persönlicher Beispiele aus seinem Freundeskreis die aktuelle Situation und forderte die Jugendlichen auf, sich nicht nur in den sozialen Netzwerken über den Nahostkonflikt zu informieren.  

In einem anschließenden offenen Diskussionsteil konnten Fragen gestellt werden. Weiterhin warb Burak Yilmaz für einen sachlichen Diskurs, skizzierte aber auch die hohe Emotionalität, die die derzeitige Eskalation in der Region für viele Menschen mit sich bringt. Nach der Veranstaltung blieben viele Teilnehmende noch länger vor Ort und tauschten sich angeregt über das Thema aus. 

Das af hofft, mit dieser Veranstaltung einen Diskussionsbeitrag für mehr Verständnis und Toleranz geliefert zu haben. Wir bedanken uns herzlich bei unserem großartigen Referenten Burak Yilmaz, wie auch bei den Mitarbeitenden des Berufskollegs am Goldberg, die durch tatkräftige Unterstützung diese Veranstaltung ermöglicht haben.